Wo der Wald schwarz wird I Ausgestellt
Shownotes
In dieser Folge von „Fotografieren macht glücklich – ausgestellt“ nimmt euch Liane Metzger mit in ihre winterliche Bildserie „Wo der Wald schwarz wird“. Entstanden am Kniebis, rund um die Alexanderschanze und den Schliffkopf, erzählen die abstrakten Schwarz-Weiß-Fotografien von Stille, Kälte, Dunkelheit und der besonderen Atmosphäre des Schwarzwalds im Winter. Es geht um Bewegung in der Fotografie, um bewusste Unschärfe, um Emotionen statt Perfektion und um die Frage, warum gerade reduzierte Bilder oft besonders tief wirken.
🌐 Mehr Informationen:
www.Lmfoto.de
Liane Metzger Fotografie
📱 Instagram:
@watt.wuermchen
📢 WhatsApp-Kanal:
Fotografieren macht glücklich – LMFOTO
🎙️ Neue Folgen erscheinen jeden Sonntag um 8:00 Uhr.
Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen bei.
00:00:11: Fotografieren macht wirklich ausgestellt!
00:00:15: In vier Formaten teile ich meine Leidenschaft für Fotografie.
00:00:19: Im blauen Hauptpodcast geht es um Technik, Gestaltung und alles was Fotografien besonders macht.
00:00:27: Im roten Auftur-Podcast nehme ich dich mit auf meine Fototour direkt ins Geschehen.
00:00:34: Im gelben Ausgestellformat erzähle ich dir von aktuellen Ausstellungen und den Geschichten hinter den Bildern.
00:00:42: Und im grünen im Gespräch Podcast stehen persönliche Begegnungen im Mittelpunkt, inspirierende Gespräche mit Menschen die mich auf meinem fotografischen Weg begleiten, berühren und bereichern.
00:00:58: Schön dass ihr wieder dabei seid!
00:01:00: Fotografieren macht glücklich.
00:01:03: ausgestellt In diesem Format erzähle ich euch von meinen Ausstellungen, von den Geschichten hinter den Bildern und von den Orten die mich auf besondere Weise berührt haben.
00:01:15: Es geht um Räume, um Stimmungen, um Erinnerungen und um all das was zwischen den Motiven spürbar wird.
00:01:24: Heute nehme ich Euch mit in eine ganz besondere Bild-Serie!
00:01:29: Eine Serie die im Winter im Schwarzwald entstanden ist und die den Titel trägt, wo der Wald schwarz wird.
00:01:39: Dieser Titel klingt im ersten Moment vielleicht etwas geheimnisvoll oder sogar düster – aber genau das hat mich an dieser Serie interessiert!
00:01:49: Denn der Schwarzwald trägt seinen Namen nicht ohne Grund.
00:01:53: Wer schon einmal im Winter durch diese dichten Wälder gelaufen ist, der weiß sofort was ich meine… Die dunklen Tannen, das wenige Licht die Tiefe des Waldes und diese fast schwere Ruhe erzeugen eine Stimmung, die man nur schwer beschreiben kann.
00:02:15: Gerade an grauen Tagen wirkt der Wald dort manchmal tatsächlich schwarz – nicht schwarz im eigentlichen Sinn sondern eher dunkel, geheimnisvoll und fast grenzenlos tief!
00:02:29: Und genau dieses Gefühl wollte ich fotografisch sichtbar machen.
00:02:36: Entstanden sind diese Fotografien im Winter am Kniebis sowie rund um die Alexander Schanze und den Schliffkopf, Orte also, die viele Menschen aus dem Schwarzwald kennen – und die gerade in den Wintermonaten eine ganz besondere Atmosphäre entwickeln!
00:02:55: Dort oben verändert sich die Landschaft oft innerhalb weniger Minuten, nebelt sie durch die Wälder.
00:03:01: Schnee legt sich wie eine stille Decke über Wege und Lichtungen – zwischen den dunklen Baumreihen entstehen immer wieder diese fast mystischen Momente, die mich fotografisch unglaublich anziehen!
00:03:18: Gerade rund um den Schliffkopf liebe ich diese Mischung aus Weite und gleichzeitig dichter Dunkelheit des Waldes.
00:03:27: Man läuft dort durch offene Schneeflächen, und wenige Minuten später steht man plötzlich wieder zwischen hohen dunklen Tannen in denen das Licht fast
00:03:37: verschwindet.".
00:03:39: Genau dieser Wechsel hat mich bei dieser Serie besonders fasziniert!
00:03:46: Die Bilder über die ich heute spreche sind überwiegend abstrakte Fotografien.
00:03:52: Viele davon sind durch bewusste Bewegungen entstanden.
00:03:55: Manche wirken fast wie Gemälde oder wie Erinnerungen an einen Ort und nicht wie klassische
00:04:02: Fotografien.".
00:04:04: Genau das war auch meine Absicht!
00:04:07: Ich wollte den Wald nicht dokumentieren, ich wollte keine perfekte Landschaftsfotografie machen – keine typischen Winterpostkarten und keine Bilder die einfach nur schön aussehen….
00:04:20: Mich hat viel mehr interessiert, wie sich dieser Wald angefühlt hat.
00:04:25: Wie sich die Kälte angefühlt hat!
00:04:27: Wie still es dort war?
00:04:29: Wie der Schnee jedes Geräusch verschluckt hat und wie die dunklen Baumstämme aus dem Weiß herausgetreten sind – wie Linien oder Schatten.
00:04:40: Und deshalb habe ich mich ganz bewusst für schwarz-weiß
00:04:44: entschieden.".
00:04:45: Farbe hätte in dieser Serie vieles erzählt, was mich eigentlich gar nicht interessiert hat.
00:04:51: Die Farbe der Nadeln, kleine Details im Unterholz oder unterschiedliche Brauntöne der Baumrinden wären plötzlich wichtig geworden – aber genau das wollte ich reduzieren!
00:05:05: Ich wollte dass nur noch Licht-, Dunkelheit-Struktur und Stimmung übrig bleiben….
00:05:13: Ich finde nämlich, dass Schwarz-Weiß etwas ganz Besonderes mit Bildern macht.
00:05:19: Es nimmt etwas weg und genau dadurch entsteht Raum für etwas Neues – man schaut plötzlich nicht mehr auf die Realität sondern stärker auf die Atmosphäre eines Bildes!
00:05:31: Auf Linien, auf Kontraste, auf Bewegung, auf Ruhe… Und vielleicht auch ein Stück weit auf eigene Stimmung.
00:05:42: Denn abstrakte Fotografie funktioniert für mich oft weniger über das Motiv selbst, sondern viel stärker über Emotionen.
00:05:50: Jeder Mensch sieht in solchen Bilder etwas anderes.
00:05:53: Manche empfinden diese Waldaufnahmen als beruhigend andere vielleicht als melancholisch oder geheimnisvoll.
00:06:01: Wieder andere empfinden darin Einsamkeit oder sogar Geborgenheit und genau das mag ich so sehr an abstrakter Fotografien.
00:06:11: Sie erklärt nicht alles, sie lässt Raum.
00:06:17: Viele dieser Bilder sind tatsächlich während des Gehens entstanden!
00:06:22: Ich habe kein großes Konzept dabei, keine genaue Liste mit Motiven und auch keinen Plan wie jedes einzelne Bild später aussehen soll.
00:06:31: Stattdessen habe ich versucht mich auf die Stimmung einzulassen – Und manchmal habe ich die Kamera einfach während einer Bewegung ausgelöst.
00:06:47: Ganz bewusst, ohne die komplette Kontrolle behalten zu wollen!
00:06:52: Das ist übrigens etwas das viele Fotografen anfangs schwer fällt, denn wir lernen oft dass ein gutes Bild perfekt scharf sein muss – das alles technisch korrekt sein soll.
00:07:03: Dass Unschärfe automatisch ein Fehler ist.
00:07:07: Aber genau diese sogenannten Fehler können manchmal etwas sehr künstlerisches erzeugen.
00:07:14: Bewegung kann plötzlich Stimmung transportieren, sie kann etwas Traumhaftes erzeugt oder das Gefühl von Erinnerung und gerade bei dieser Serie war mir das wichtiger als technische Perfektion!
00:07:31: Wenn ich mir die Bilder heute anschaue dann habe ich sofort wieder dieses Gefühl von Kälte im Kopf Diese feuchte Winterluft des Schwarzwalds, das Knirschen des Schnees unter den Schuhen dieses gedämpfte Licht und vor allem diese unglaubliche Ruhe.
00:07:52: Schnee verändert nämlich nicht nur eine Landschaft optisch er verändert auch die Atmosphäre.
00:07:58: Geräusche werden leiser Orte wirken plötzlich stiller und manchmal sogar fremd.
00:08:04: Selbst bekannte Wege bekommen im Winter etwas Neues fast unwirkliches.
00:08:12: Und genau dieses Gefühl wollte ich sichtbar machen.
00:08:16: Besonders spannend finde ich bei dieser Serie auch die Wirkung der dunklen Baumstämme, diese senkrechten Linien ziehen sich durch viele Bilder hindurch wie Säulen oder Schakken.
00:08:27: Teilweise würden die Wälder fast endlos – fast wie Räume ohne Ausgang!
00:08:33: Gleichzeitig entsteht durch den Schnee dieser starke Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Helligkeit und Dunkelheit, zwischen Offenheit und Enge.
00:08:46: Mich fasziniert dieser Gegensatz unglaublich!
00:08:48: Denn Dunkelheid bedeutet für mich nicht automatisch etwas Negatives – Dunkelheid kann auch Ruhe bedeuten, Rückzug, Schutz, Tiefe.
00:08:58: gerade im Wald empfinde ich das oft
00:09:01: so.".
00:09:01: Der Wald ist kein lauter Ort.
00:09:04: Er fordert nichts, er bewertet nichts – er ist einfach da!
00:09:09: Und vielleicht wirken diese Bilder deshalb trotz ihrer Dunkelheit gleichzeitig ruhig?
00:09:18: Auf einer Aufnahme erkennt man den Wald deutlicher die weißen Baumstämme treten hervor es entsteht Tiefe und trotzdem wirkt das Bild nicht wie eine klassische Winterfotografie.
00:09:29: für mich wirkt es eher wie eine Erinnerung fast wie eine Szene aus einem Traum oder aus einem Film.
00:09:37: Vielleicht gerade deshalb, weil es zwischen Realität und Abstraktion steht – genau diese Zwischenräume interessieren mich fotografisch oft am meisten!
00:09:49: Ich glaube ohnehin, dass Fotografie dann besonders spannend wird wenn sie nicht alles sofort erklärt, wenn Bilder offen bleiben dürfen, wenn Sie Fragen stellen dürfen statt nur Antworten zu
00:10:01: liefern.".
00:10:03: Denn wir leben heute in einer Welt voller Bilder, jeden Tag sehen wir unzählige perfekte Aufnahmen.
00:10:09: Perfekte Sonnenuntergänge, perfekste Reisen, perfekt Inszenierungen – alles ist schnell, alles will Aufmerksamkeit!
00:10:18: Und genau deshalb sehnen sich viele Menschen vielleicht wieder nach Ruhe, nach Bildern die nicht laut sind… Nach Bildern, die nicht schreien.
00:10:27: schaut mich an... Diese Wahl-Serie ist genau das Gegenteil davon.
00:10:33: Sie ist leise und vielleicht braucht man genau deshalb auch etwas Zeit für diese Bilder!
00:10:44: Ich merke übrigens immer wieder, dass Menschen auf reduzierte Fotografie sehr emotional reagieren – gerade dann wenn Bilder nicht überladen sind, wenn sie Luft zum Atmen lassen oder wenn sie nicht jede Kleinigkeit erklären.
00:11:00: Viele meiner Fotografien entstehen genau aus diesem Gedanken heraus.
00:11:04: Ich möchte oft gar nicht alles zeigen, mich interessiert vielmehr die Stimmung eines Ortes das Gefühl dahinter – die Atmosphäre zwischen den Dingen und der Schwarzwald eignet sich dafür unglaublich gut!
00:11:21: Diese dichten Tannenwälder haben etwas sehr Eigenes gerade im Winter Wenn Nebel dazu kommt oder Schnee, dann wirken manche Orte dort fast wie gemalt.
00:11:32: Teilweise erinnern mich die Strukturen sogar an Tuschezeichnungen oder an sehr reduzierte Malerei und genau diese grafische Wirkung wurde durch Schwarz-Weiß noch verstärkt.
00:11:49: Viele Menschen fragen mich manchmal ob solche Bilder stark bearbeitet sind.
00:11:54: Ja, natürlich bearbeite ich meine Fotografien.
00:11:57: Aber nicht um etwas künstlich perfekt zu machen sondern um die Stimmung sichtbar zu machen, die ich vor Ort gespürt habe Denn eine Kamera sieht anders als ein Mensch Sie interpretiert nicht sie fühlt nicht sie spürt keine Kälte und keine Atmosphäre Und deshalb gehört die Nachbearbeitung für mich ganz selbstverständlich zum kreativen Prozess dazu.
00:12:25: Gerade bei dieser Serie war das besonders wichtig, denn erst durch die Reduktion auf Schwarz-Weiß entstand genau diese Stille dunkle und fast zeitlose Wirkung, die ich gesucht habe.
00:12:39: Vielleicht ist es genau das das schöne an Fotografie – dass sie nicht nur dokumentieren kann sondern auch Gefühle transportiert Erinnerungen Sehnsucht Ruhe Melancholie Und manchmal reicht dafür schon ein Verschneiter Wald.
00:13:01: Wenn ich heute auf diese Serie zurückblicke, dann denke ich nicht zuerst an Technik oder Kameraeinstellungen – Ich denke an Stille!
00:13:10: An Kälte?
00:13:11: An langsame Schritte durch Schnee?
00:13:14: An dunkle Baumreihen und an dieses Gefühl plötzlich ganz allein mitten im Wald zu stehen und gleichzeitig vollkommen ruhig zu sein.
00:13:27: Und vielleicht ist genau das etwas, dass uns heute oft fehlt – diese Ruhe, dieses bewusste Wahrnehmen, dieses Langsame Schauen.
00:13:38: Fotografie kann dabei helfen!
00:13:41: Nicht immer aber manchmal.
00:13:47: Vielleicht nehmt ihr nach dieser Folge ja selbst einmal bewusst ein Wald wahr, vielleicht nicht mit der Kamera sondern einfach nur mit offenen Augen.
00:13:57: Denn manchmal entstehen die wichtigsten Bilder zuerst im Kopf!
00:14:04: Die virtuelle Ausstellung passend zu diesem Podcast Wo der Wald schwarz wird, ist vom XXI.
00:14:10: Juli, bis zum September, auf meiner Homepage zu sehen!
00:14:19: Wenn ihr die komplette Bildserie entdecken möchtet findet ihr die Ausstellung unter www.lmfoto.de Rubrik-Ausstellungen und dann unter virtuelle Ausstellungen.
00:14:33: Das war Fotografieren macht glücklich ausgestellt.
00:14:38: Wenn euch diese Folge gefallen hat, freue ich mich sehr wenn ihr meinen Podcast abonniert, bewertet oder mit anderen Fotografie-Begeisterten teilt!
00:14:49: Mehr über meine Fotografien, meine virtuellen Ausstellungen und meine Workshops findet ihr auf meiner Homepage unter www.lmfoto.de.
00:15:00: Auf Instagram findet ihr mich unter Wattpunktwürmchen Und in meinem WhatsApp-Kanal teile ich regelmäßig neue Fotografien, Gedanken zur Fotografie, Podcastfolgen und Einblicke hinter die Kulissen.
00:15:16: Und zum Schluss wie immer ein Zitat!
00:15:21: Zwischen den Bäumen hindurch zeigt sich der Himmel nur dem, der stehen bleibt.
00:15:30: Das war's für heute.
00:15:32: Bis zur nächsten Folge Wenn es wieder heißt fotografieren macht glücklich.
Neuer Kommentar